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Zahm oder nicht zahm ?
Vor der Anschaffung eines Wellensittichs sollte sich jeder Vogelhalter im Klaren sein, ob er er sich mit seinem Tier beschäftigen möchte oder er eher weniger Wert darauf legt und mit der bloßen Anwesenheit eines Vogels, der in seinem Käfig vor sich hin zwitschert, zufrieden ist.
Nicht zahme Wellensittiche
An Ihnen kann man durchaus seine Freude haben, wenn man keine Ansprüche an sie stellt. Mit der Zeit gewöhnen auch sie sich an Ihre Umgebung und sind nicht mehr gar so schreckhaft. Sie wissen, wann es Futter gibt, turnen in ihrem Käfig umher und fangen an, zu zwitschern. Manchen Vogelhaltern genügt dieser Anblick und sie erfreuen sich zudem an dem bunten Gefieder ihrer Vögel. Andere wiederum sehen es als Herausforderung, ihren Vogel doch einmal auf den Finger zu bekommen. Natürlich ist dieses Vorhaben in der Regel mit dem Risiko behaftet, dass das Vögelchen ausbüchst und das Weite sucht und man seine Mühe hat ihn anschließend wieder einzufangen. Wer also meint, er könnte einen ungezähmten Wellensittich zahm bekommen, sollte wissen, dass verschiedene Gründe für die Scheu gibt. Einmal ist es die generelle Angst vor dem Menschen, sei es durch das Erlebnis, mit dem Netz gefangen oder beim Einpferchen in Massentransporte traumatisiert worden zu sein. Aber auch die sog. Koloniebrut trägt zu einer generellen Scheu gegenüber dem Menschen bei. Oder, oder, oder. Kurzum, man kennt in der Regel die Vorgeschichte des Vogels nicht. Abgesehen von dieser, hat auch jeder Vogel seinen eigenen Charakter. Der eine ist zugänglicher für seinen Besitzer und andere wiederum lassen sich überhaupt nicht zähmen. Hat man ein Schwarmtier erwischt, sind die Aussichten von vornherein so gut, wie null. Grundvoraussetzung für eine mögliche Zähmung ist auf jeden Fall eine gehörige Portion Geduld, viel Ruhe und noch mehr Zeit, die der Vogelhalter mitbringen sollte.
Handzahme Wellensittiche
Diese Tiere sind von klein auf an die Hand des Menschen (und nicht nur an diese) gewöhnt. Daher gibt es für den neuen Besitzer auch kaum Schwierigkeiten, sein erworbenes Exemplar schnell an das neue Zuhause und die dort lebenden Mitbewohner zu gewöhnen. Hat der Vogel seine neue Umgebung erst einmal kennen gelernt, können die Familienmitglieder ihren Neuzugang bereits recht schnell auf die Hand, den Finger oder auf die Schulter nehmen und bald wird er ihnen auf Schritt und Tritt folgen. Auch das Füttern auf der Hand mit Körnchen oder frischem Obst wird zum reinen Vergnügen für jeden Vogelliebhaber. Und hat man es dann ganz geschafft, sitzt eines Tages der kleine Piepmatz mit beim Frühstück und versucht, ein paar abfallende Leckerbissen zu erhaschen. Notfalls fliegt er einem dabei auf die Schulter und pickt einem mit seinem Schnäbelchen die Krümel vom Mund. Für manche Liebhaber ist das der Anlass, ihren Schützlingen das "Kussi Kussi" beizubringen. Aus hygienischen Gründen würde ich dies aber möglichst vermeiden, auch wenn es Leute gibt, die sich von ihrem Hund übers Gesicht schlabbern lassen. Aber abgesehen davon, sollte sich die Bereitstellung von Futter grundsätzlich auf den Käfig beschränken, damit die Vögel immer wissen, wo ihr Zuhause ist. Wer also Wert auf darauf legt, sich von Anfang an mit seinem Vogel beschäftigen zu können, wird sich vorwiegend für ein handzahmes Exemplar entscheiden und dafür auch einen höheren Preis gerne in Kauf nehmen. Die beste Ausgangssituation, einen möglichst zahmen Wellensittich zu erhalten, beginnt schon mit dem persönlichen Aussuchen des Vogels vor Ort, da man schon an dessen Reaktion erkennen kann, ob er einem zugeneigt ist oder eher weniger.
Endscheidungshilfe (Selbsttest)
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